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Indie-Kartenspiele

Kartenspiele selbst produzieren ? Ein Segen oder Fluch?

Ein eigenes Kartenspiel selber produzieren und auch noch verkaufen. Das wäre vor einigen Jahren kaum denkbar gewesen. Jedenfalls nicht als Eigenproduktion und mit einem eigenen Vertrieb. Da bietet die Computerisierung unseres Abendlandes heute unglaubliche Möglichkeiten.

Vertrieb per Verlag

Du hast Dir eine geniale Spielidee ausgedacht? Der "normale" Weg sollte Dich erstmal zu den Spieleverlagen führen. Erstelle ein paar Prototypen und schicke sie ein. Und warte, was passiert. Vielleicht passiert auch gar nichts. Oder Du findest irgendwann ein Spiel im Handel, das Deinem sehr ähnlich ist. Natürlich ohne, dass Dein Name darauf steht. Bestimmt nur ein Zufall, wer würde schon Deine Idee klauen?

Mach ein Indie-Spiel daraus

Du kannst natürlich auch Geld in die Hand nehmen und Dein Spiel produzieren lassen. Je höher die Auflage, desto größer die Investition. Je kleiner die Auflage, desto höher die Stückkosten. Eine Auflage von nur 20 Spielen wirst Du nur zu einem Regelrechten Schockpreis verkaufen können. Aber wer weiß, vielleicht findest Du ja den richtigen Sammler, der solche Unikate sucht.

Die harte Tour: Die eigene Produktion

Indie-Kartenspiel

Die dritte Möglichkeit: Du produzierst Dein Spiel selbst. Bei einem Kartenspiel sollte das doch recht einfach sein, oder nicht? Einfach dickes Papier in den Drucker schieben und die Karten sind gedruckt. Mit einer Schere ausschneiden und ab damit in den Onlineshop.

Kartenspiele drucken

Nun, die meisten herkömmlichen Drucker sind über dickes Spielkartenpapier gar nicht glücklich. Und auch das Ergebnis sieht auch nicht glücklicher aus. Wird der Karton beim Drucken um 180° gedreht, dann leidet auch das Papier. Einmal pusten und die ersten Teile des gedruckten Toners lösen sich schon ab. Oder druckst Du mit Tinte? Noch besser! Wenn es feucht wird, verwischen die Farben. Und die Druckkosten gehen ins Astronomische.

Also muss ein Spezialdrucker angeschafft werden, der dieser Herausforderung gewachsen ist. Die gibt es ab 1300 Euro. Da wäre die erste kleine Auflage in einer Spezialdruckerei schon fast bezahlt. Und dann mach mal ein paar Testspiele mit Deinem neuen Indie-Kartenspiel. Du wirst feststellen, dass sich der Druck recht schnell abreibt und Wasserfest sind die Spielkarten immer noch nicht.

Kartenspiele lackieren

Wie kommt es, dass die Profiproduktionen so widerstandsfähig sind? Ganz einfach: Profi-Spielarten werden lackiert. Ja, und es gibt auch Desktop-Lackiermaschinen. Die kannst Du direkt aus China importieren. Die haben dann aber kein CE-Zeichen und bleiben im durchaus mal beim Zoll hängen. Und dann hast Du einen Tausender investiert, aber das gute Gerät zum Lackieren muss von den fleißigen Zollbeamten entsorgt werden. Traurig. Oder Du kaufst bei einem Importeur ein. Dieser verkauft Dir dann die gleiche Maschine für den dreifachen Preis. Aber da ist ein CE-Zeichen drauf. Dann darfst Du die Maschine auch in Deutschland einschalten.

Schneiden und Stanzen

Und dann geht es ans Ausschneiden. Mit einer Schere? Erkenne Deine Grenzen, Mann (Frau)! Die Spielkarten sollten sich schon ähnlichsehen. Für eine programmierbare Schneidemaschine musst Du nochmals mindestens einen Tausender lockermachen. Du kannst aber auch einen Hebelschneider für ein paar Hunderter kaufen. Dann dauert der Schnitt für ein Kartenspiel schon mal eine halbe Stunde.

Und dann kommt der letzte Produktionsschritt: Kein Kartenspiel ohne runde Ecken. Die runden Ecken sind ohnehin *das* Argument, warum Dein Spiel gekauft wird! Runde Ecken-Stanzgeräte gibt es für einen Hunderter. Je nachdem, wie viele Karten Du auf einmal stanzen möchtest, dauert es so 10 bis 20 Minuten, bis Du alle Karten um die Ecke gebracht hast. Und pass auf Deine Fingernägel auf und halte immer ein Päckchen Pflaster bereit!

Bist Du selbst ein guter Illustrator?

Du hast immer noch etwas Geld übrig? Dann überleg Dir mal, wie das Kartenspiel aussehen soll. Wohl dem, der sich selbst als Meister der Illustration versteht. Oder wer noch einen guten Freund hat, der zeichnen kann und Dir noch einen Gefallen schuldet. Ansonsten musst Du bei jeder neuen Spielidee wieder für die bunten Bildchen bezahlen. Oder Du machst Fotos. Was das Spiel natürlich inhaltlich einschränkt. Ach ja, wenn Du übrigens darüber nachdenkst, Deine Spiele auch an Kinder unter 14 Jahren zu verkaufen, dann muss sich auch Dein Endprodukt einer CE-Prüfung unterziehen. Kostet wiederum so 1600 Euro. Und es gilt übrigens nicht, einfach ein Kinderspiel herzustellen und dann ?ab 14 Jahre? draufzuschreiben. Hat mir der TÜV so erklärt. Also bau ein paar Bildchen ein, die nun wirklich nichts für kleine Kinder sind.

Der günstigere Weg: Geh zur Druckerei!

Auf jeden Fall ist es die kostengünstigere Option, Dein Spiel direkt bei einer Spezialdruckerei einzuliefern. Aber vielleicht lohnen sich die Anschaffungen ja, wenn Du Dein drittes oder viertes Indie-Spiel im Onlineshop hast? Ich weiß es nicht. Ich habe erst zwei.